Herzstück Basel – S-Bahn ins Zentrum

Editorial

Daniela Dietsche Fachjournalistin Ingenieurwesen / Verkehr

Susanne Frank Architektur, Redaktorin TEC21

Seit Bischof Heinrich von Thun im Jahr 1225 die Mittlere Brücke bauen liess, ist Basel ein Verkehrsknotenpunkt. Diese Brücke, damals zum Teil noch aus Holz, war der erste und einzige feste Übergang über den Rhein zwischen Bodensee und Nordsee. Mit ihrem Bau begann eine Entwicklung, von der sich die heutige Position der Stadt als wirtschaftliches Zentrum einer trinationalen Grossregion herleitet. Erreichbarkeit ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Standortfaktor. Mit dieser Anekdote eröffnete der ehemalige Regierungspräsident Guy Morin den ersten Bahnkongress in Basel im Jahr 2013.
Knapp 800 Jahre nach dem Bau dieser Rheinbrücke ist Basel nach wie vor eine bedeutende Drehscheibe für den Verkehr auf Schiene, Strasse, zu Wasser und in der Luft. Der Begriff Nadelöhr ist immer öfter zu hören, und auch in der Region Basel wird das Verkehrsaufkommen weiter steigen. Eine effiziente Infrastruktur- und Angebotsplanung soll helfen, den prognostizierten Zuwachs zu bewältigen. Seit Jahren diskutiert man darüber, die drei Bahnhöfe der Stadt ­unter­irdisch zu verbinden. Im April 2017 präsentierten die Verantwortlichen die neue Linien­führung des sogenannten «Herzstücks» – mit überraschendem städtebaulichem Potenzial.
Interessant ist die Lage der beiden geplanten Tiefhaltestellen Klybeck und Basel Mitte. Mit der einen erhält das bedeutende Entwicklungsgebiet im Basler Norden einen S-Bahn-Anschluss (vgl. TEC21 20/2016, 42/2016), die an­dere erschliesst das Zentrum mit dem Ort, der die Ursprünge der Stadt definiert. Grund genug für uns, das Projekt aus verschiedenen Blickwinkeln anzuschauen.
 

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