Freiburger Schule

Editorial

Tina Cieslik Architektur/ Innenarchitektur, Redaktorin TEC21

Erst waren es Bildungstempel, später Lernfabriken, dann kam die «Schule als Quartier». Die Bezeichnungen und ihre immer häufigeren Wechsel dokumentieren die Entwicklung der pädagogischen Konzepte. Seit 2007 besteht das HarmoS-Konkordat, die interkantonale Verein­­barung über die Harmonisierung der obligato­rischen Schule mit dem Ziel, die schweizerische Schullandschaft zu vereinheitlichen.
Dass diese Annäherung aber zumindest auf architektonischer Ebene viel Spielraum zulässt, zeigen als Beispiele zwei Primarschulen aus dem Kanton Freiburg. Nicht die heute geforderten Cluster­modelle, Atelierschulen oder Lernlandschaften nehmen sie als Referenz, sondern die ländliche Kultur, in die sie eingebettet sind oder die an den beiden Standorten Granges-Paccot und Orsonnens zumindest früher einmal vorherrschte. Dass beide Bauten jeweils von externen Archi­tekten geplant wurden – der in Granges-Paccot vom Zürcher Büro Oeschger Schermesser Architekten, jener in Orsonnens von den Mallorquiner TEd’A Arquitectes –, macht den Bezug zum Lokalen besonders bemerkenswert.
Über die rurale Analogie hinaus zeigen die Beispiele aber vor allem, wie Schulhäuser heute sein können, trotz rigiden Vorgaben in finanzieller, pädagogischer oder energetischer Hinsicht: bunt, verspielt, inspirierend und architektonisch herausfordernd – und mit einer Leichtigkeit, die man bei der gleichen Bauaufgabe in der Deutschschweiz manchmal vermisst. Ein Blick über den Röstigraben lohnt sich.

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Übrigens, bereits in TEC21 26–27/2017 waren «Neue Schulen in der Romandie» das Heftthema.
 

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