Engagierter Wegbereiter

Am 10. August wäre der Zürcher Architekt Werner Stücheli 100 Jahre alt geworden. In Zürich Wiedikon kam er 1916 als jüngstes von fünf Geschwistern zur Welt. Nach Stu­dium bei Otto Rudolf Salvisberg an der ETH prägte er wie kein Zweiter das Zürcher Baugeschehen der 1950er- und 1960er-Jahre: Immerhin 67 der nahezu 100 von Stücheli realisierten Bauten entstanden in Zürich. Zu den vielleicht bekanntesten davon zählt das Haus «Zur Bastei» am Schanzengraben; es war 1955 das erste Hochhaus überhaupt im Zürcher Zentrum und wurde kürzlich vom Zürcher Büro mépp ménard partner projekte ag sorg­fältig denkmalgerecht saniert. 

Neben zahlreichen Fachgremien wie dem Baukollegium der Stadt war Stücheli auch Mitglied des SIA. In dieser Eigenschaft setzte er sich engagiert dafür ein, dass der SIA ein eigenes Haus erhielt; entsprechende Bestrebungen bestanden immerhin schon seit 1895, jedoch konnten sich die Befürworter eines eigenen Domizils über all die Jahre nicht durchsetzen − bis sich Stücheli gemeinsam mit zwei Kollegen der Sache annahm.

1967 gelang es ihm «nach einer Sisyphus-Arbeit − entgegen dem Antrag des Central-Comités − die Delegiertenversammlung für das Projekt zu gewinnen», schreibt Max Ziegler 1983 in seinem Nachruf, nachdem Stücheli einem Herzversagen erlegen war. Für dieses Engagement darf man Stücheli − neben manchem Verdienst um die öffentlichen Räume Zürichs − wohl bis heute dankbar sein. Verwirklicht wurde das SIA-Haus dann nach Plänen von Hans von Meyenburg, am 3. Juli 1971 war der Tag der feierlichen Einweihung

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