En marge de l’architecture

Salon Suisse

Hella Schindel Architektur, Redaktorin TEC21

Zur feierlichen Eröffnung des Salon Suisse lud die Kulturstiftung Pro Helvetia in den kühlen Raum der Chiesa Sant’ Agnese. Die schillernden Bilder, die den Gästen nach dem ersten Tag der Preview in den Köpfen herumschwirrten, konnten sich während der Performance an Cello und Schlagwerk von Fritz Hauser und Martina Brodbeck setzen und regten Überlegungen zu Beziehungen zwischen Klang und Raum an (zum Video). 

Beim anschliessenden Empfang unter freiem Himmel stellte Marianne Burki, Leiterin der Abteilung Visuelle Künste bei Pro Helvetia, die Salonniers des diesjährigen Kulturprogramms vor. Marcel Bächtiger, Tim Kammasch und Stanislas Zimmermann forschen und arbeiten an den Rändern der Architektur. Diese mehr oder weniger offenen Grenzen machen sie mit Laura Tinti, der Ausstellungsgestalterin und lokalen Gastgeberin, auch zum Thema ihrer Veranstaltungsreihe, die sich über drei weitere Wochenenden bis in den November 2018 erstreckt. 

Im Gespräch mit Urbanisten, Soziologen, Schriftstellern, Philosophen und Historikern wird der Zustand der Architektur von aussen und im Zusammenhang mit den anderen Künsten betrachtet. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob sie unter dem Druck der Rentabilität überhaupt noch als Kunstform, als Ausdruck humaner Bedürfnisse zu bezeichnen ist. 

Im ursprünglichen Sinn des Salons als Ort des Aufbruchs, des Ausbruchs aus verkrusteten Denkstrukturen inmitten der Gesellschaft, begibt sich das Quartett auf die Suche nach Möglichkeiten, eine Relevanz der Architektur im sozialen und künstlerischen Sinn zurückzuerobern.
 

Weitere Artikel zur 16. Architekturbiennale Venedig finden Sie hier.

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