Einwanderer

Kolumne

Philipp Funke Architekt und Fotograf

Kennen Sie eigentlich Cala­trava? Klar. Sieht man ja auch überall. In Lateinamerika gibt es aber nur einen. Also ein Bauwerk. Von Cala­trava. In Buenos Aires. Ein Ein­wanderer. Mein Taxifahrer hierher war auch ein Einwanderer. Aus Kuba. Wie fast alle hier. Also Einwanderer. Die kommen von überall her. Nicht alle aus Kuba. Viele auch aus ­Europa.
Aber wir sind ja bei architektonischen Einwanderern. Kennen Sie eigentlich den Olivetti-­Turm von Eiermann? Klar. Gehört ja zur Grundbildung. Der ist auch ausgewandert. Hier heisst er jetzt Torre IBM. Direkt neben Calatrava steht noch so ein Einwanderer. Ein Ha­fenkran aus Eberswalde. Einen Zweck hat er nicht. Sieht aber gut aus. ­Dabei ist Deutschland ja nicht gerade bekannt für seine gut ausse­henden Auswanderer. Von Heidi Klum vielleicht mal ab­gesehen.
Aber da sind wir wieder bei Menschen. Dabei soll es hier doch um Architektur gehen. Oder um ­Einwanderer. Der Hafenkran aus ­Brandenburg ist ja auch so einer. Und er ist nicht allein. Die Prome­nade des Puerto Nuevo ist voll ­davon. Aber foto­grafiert wird nur der Cala­trava. Also die Brücke, nicht der Architekt. Der spricht ja wenigstens ­spanisch. Also der ­Architekt, nicht die Brücke.
 

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