Die SBB machen Stadt

Tina Cieslik Architektur/ Innenarchitektur, Redaktorin TEC21

Die Rösslimatt in Luzern, die Europa­allee in Zürich, das Quartier Pont-Rouge in Genf – die aktuellen Bau- und Immobilienprojekte der Schweizerischen Bundesbahnen SBB euphorisieren und polarisieren. Nicht alle der rund 150 Arealentwicklungen, die die SBB – nach der Armee immerhin die zweitgrösste Grund­eigentümerin der Schweiz – derzeit auf ihren Flächen betreiben, sind so schlagzeilenträchtig. Aber sie haben Gemeinsamkeiten: Oft befinden sie sich an bester innerstädtischer Lage, sind die letzten grossen freien Flächen einer Stadt und werden nicht mehr für den Bahnbetrieb gebraucht. Der Strukturwandel machts möglich.

Unsere dreisprachige Sonder­publikation «SBB Areale: vom ­Betrieb zur Stadt» greift drei dieser Areale an prominenter Lage auf: die Neugasse in Zürich, den Güterbahnhof Wolf in Basel und das neue Quartier La Rasude in Lausanne. Die drei Gebiete unterscheiden sich in Lage, Anforderungen und Planungsstand. Gemeinsam ist ihnen die SBB als Eigen­tümerin, die die Entwicklung auf den Flächen steuert und so zu einer einflussreichen Partnerin bei der Stadtentwicklung wird. 

In der Publikation kommen die Beteiligten zu Wort, vom Kantonsplaner bis zur zukünftigen Nach­barin, von der Projektverantwortlichen bis zum SBB-Immobilien-CEO. Daneben wird die Palette der mög­lichen Planungsverfahren gezeigt, ob intensive Beteiligung der Bevölkerung oder klassischer Planer-Studienauftrag. 

Zweierlei wird deutlich: Für eine nachhaltige Arealentwicklung gibt es kein Patentrezept. Und: Das Gesicht vieler unserer Städte wird sich in den kommenden Jahrzehnten stark verändern – auch dank und wegen des erweiterten Tätgkeitsfelds des Transport- und jetzt zunehmend Immobilienunternehmens Schwei­zerische Bundesbahnen.
 

Alle Beiträge aus der Publikation «SBB-Areale: vom Betrieb zur Stadt» finden Sie hier.

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