Die Natur der Urbanität

Ein prall gefülltes Wochenende des Austauschs war die Biennale i2a in der reizvollen Luganeser Villa Saroli.

«Wem gehört die Schweiz?» stand fett auf dem Titel der «Zeit»-Ausgabe Schweiz, die Caspar Schärer bei seiner Begrüssungsrede in die Luft hielt. «Ich störe nicht gern unsere Harmonie, aber darüber sollten wir in den nächsten Tagen auch sprechen − und nicht nur über kluge Planungsansätze für die Räume der Schweiz», sagte der BSA-Generalsekretär am Eröffnungsabend der Biennale i2a in Lugano. «Im Nachdenken über die Gesellschaft, die Stadt und Landschaften von morgen muss auch über das Eigentum, seine Verteilung und Nutzung ­gesprochen werden», mahnte Schärer. Es gehe um Fragen wie: «Wer kann sich das Leben in der Stadt heute noch leisten, und was bedeutet das für deren Zukunft?» Denn kühne Visionen nützten wenig, wenn die politischen Randbedingungen nicht stimmten.

Ein kleiner Weck­ruf nach eher höf­lichen Gruss­adressen. So politisch, wie es dieser Auftakt erwarten liess, wurde es kurz vor dem 200. Geburtstag von Karl Marx in der Luganeser Villa Saroli jedoch nur noch wenige Male.

Der Bund Schweizer Architekten (BSA) hatten mit dem SIA und weiteren Partnern in das Tessiner Architekturforum eingeladen, um disziplinübergreifend über die «Gesellschaft der Zukunft zwischen Urbanität und Natur» nachzudenken. Ein prall gefülltes Wochenende des Austauschs in der reizvollen Villa Saroli. Neben anderem diskutierten die Soziologin Birgit Wehrli-Schindler, der Zürcher Architekt Stefan Kurath und der künftige SIA-Geschäftsführer Joris Van Weze­mael über Stadträume und Öffent­lichkeit in Zeiten von Facebook, Google und lückenlosen Bewegungsprofilen. Unterläuft oder deformiert die virtuelle Wirklichkeit das öffentliche Leben unserer Städte?
 

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