Contemporary Iranian Architects 1

Buchbesprechung

Thomas Meyer-Wieser Autor und Architekt

Um 2000 entstand im Iran eine neue Architektengeneration, die sich, im Gegensatz zu jener nach der Revo­lution, nicht vom internationalen Architekturdiskurs abschotten will und in der Fachzeitschrift «Memar» ihr Forum gefunden hat. «Contemporary Iranian Architects 1, New ­Space: Movement and Experience» stellt die Position der 14 zurzeit bedeutendsten Architekturbüros im Iran dar und wirft einen kritischen Blick auf ihre Bauten.

Im Fokus der Publikation stehen Projekte, die in den letzten zehn Jahren realisiert und ausgezeichnet wurden. Die in Grundrissen, Schnitten und Abbildungen gut nachvollziehbaren Arbeiten ­bieten einen Überblick über eine ­mutige Architektengeneration, die neue Lösun­gen sucht. In einer Gesellschaft, in der sich kulturelle und religiöse Instanzen sogar in Fragen wie der Gestaltung «offener Küchen» und von «Gartenschwimmbädern» einmischen, ist das ein besonde­res Unterfangen. Die heute zwischen 30 und 50 Jahre alten Protagonisten spiegeln die ­Gesellschaft treffend – mehr als 60 % der irani­schen Bevölkerung sind jünger als 35 Jahre.

Negar Hakim, geboren in Isfahan, ist Architekturkritikerin mit Sitz in Wien und unterrichtete in den letzten zwei Semestern als Gastprofessorin an der TU Wien «Zeitgenössische iranische Architektur». Dabei vermittelte sie Einblicke in das Werk namhafter iranischer Architekten, deren Arbeiten  diesem Buch zugrunde liegen. Sie ist Chefredaktorin von «Memar» und arbeitete als Mit­herausgeberin mehrerer anderer Kunst- und Architekturmagazine im Mittleren Osten. Wir freuen uns auf den zweiten Band.

Angaben zur Publikation

Negar Hakim (Hrsg.): Contemporary Iranian Architects 1, New Space: Movement and Experience. Mit einem Essay von Wojciech Czaja. IVA Institut für vergleichende Architekturforschung, 2018, 360 Seiten, ca. 900 Abbildungen, broschiert, 29.7 × 21cm, englisch, 49.– Euro, ISBN 978-3-900265-46-5; nur über den Verlag zu bestellen.

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