Bis Santiago ist es weit

Mittels luftiger Farben und zurückhaltend gestalteter Einrichtungnunterzog die Innenarchitektin Eliane Schilliger Zimmer und Restaurant des Hotels Jakob in Rapperswil einer sanften Erneuerung.

Danielle Fischer Architektur, Redaktorin TEC21

Da das Hotel Jakob in der Rapperswiler Altstadt am Pilgerweg nach Santiago de Compostela liegt, verfügt es über zwei einfache Pilgerzimmer mit Etagenduschen. «Heute beanspruchen Wandernde aber oft mehr als ein Bett und buchen normale Zimmer», meint die Gerantin Nathalie Honauer-Gemperle, die mit ihrem Bruder Patrick Honauer den Umbau in die Wege geleitet hat. Zum Glück also verfügt das Haus auch über 20 Zimmer mit Duschen.

Eigentlich hatten die beiden vor, das Innere des Gebäudes zurückhaltend in Weiss zu gestalten, und kauften die entsprechenden Res­tauranttische. Doch die Innenarchitektin Eliane Schilliger zeigte andere Möglichkeiten auf: Heute  ziehen sich kräftige Pastelltöne durchs Haus, im Restaurant ergänzen sie den roten Boden, und in den Zimmern sind die Decken farbig gestrichen und verleihen den Innenräumen mit dem neuen Mobiliar eine zurückhaltende, klare Modernität. Die Einrichtung umschreibt Eliane Schilliger mit «Low Design», was zu dem historischen Haus passt. Herausfordernd war es, den 20 Räumen eine einheitliche Handschrift zu verleihen, denn kaum zwei sind gleich – so finden sich viele Niveau­sprünge im Haus, und die Belichtung ist je nach Zimmer unterschiedlich.

Das Resultat entspricht der Aufgabe. Mit einfacher Formensprache und Farbe sind Räume entstanden, in denen das Alte und das Neue ihren Platz finden. In der Fröhlichkeit, die sie ausstrahlen, verweilt man gern – auch ohne bis nach Santiago zu pilgern.

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