BIM im Praxis-Check

Die BIM-Tagung des SIA wird alle relevanten Anwendungsfragen behandeln: vom BIM-Modellplan bis hin zur Integration ins Facility Management.

Mike Siering Leiter Kommunikation SIA

Frank Peter Jäger Redaktor des SIA

Der Tag ist prall gefüllt, denn die Veranstalter der bevorstehenden BIM-Tagung haben sich einiges vorgenommen. Die Tagung, die am 14. Juni unter Fe­der­führung der SIA-Berufsgruppe Technik in Brugg-Windisch statt­findet, verspricht eine aussergewöhnlich enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis. Halb Workshop, halb Tagung, zoomt der Anlass die Teilnehmer direkt in die Umsetzungsdetails erfolgreicher BIM-Praxis. Er wolle keine «Schön­rede-Tagung», betont Berufsgruppen-Präsident Marco Waldhauser (siehe Interview unten), vielmehr solle auch zur Sprache kommen, wo es noch hakt bei der Anwendung der BIM-Tools in der Büropraxis.

Die von ins­gesamt 12 Referenten vorgestellten Anwendungsbeispiele gliedern sich in vier Themenblöcke: «BIM-Modellplan», «Neue Formen der Zusammenarbeit», «BIM in der Ausführung» sowie «BIM im Facility Management». Das kürzlich publizierte Merkblatt SIA 2051 dient der Tagung als roter Faden. Zum anderen folgt der Programmablauf den SIA-Leistungs­phasen – von der Planung (Phase 3 und 4) bis zu Ausführung und Fa­cility Management (Phase 5 und 6).

Wesentliches Thema des Vormittags sind neben dem Mo­dellplan die Aufgaben der Beteiligten und ihr Zusammenwirken. Nachmittags liegt der Fokus auf BIM in Ausführung und Betrieb eines Gebäudes. Der abschliessende Themenblock gilt flankierenden Aspekten der BIM-Praxis – vom Umgang mit den Daten (Daten Compliance) bis zur rechtlichen Situation. Am Ende des Tages dürften den Gästen die Köpfe rauchen, sie werden aber auch anregende Diskussionen verfolgt haben und wertvolle Anwendungs­hinweise im Gepäck haben.

Tagung BIM im Praxis-Check
14. Juni 2018, 8.30 bis 17 Uhr, FH Nordwestschweiz, Brugg-Windisch;
SIA-Mitglieder: 300.– Fr., Nicht-Mitglieder: 500.– Fr. (inkl. MwSt.).
Anmeldung und weitere Infos unter www.sia.ch/form/BGT2018a


Drei Fragen zur Tagung an Marco Waldhauser

SIA: Was bildet an der BIM-Tagung am 14. Juni den Schwerpunkt?
Marco Waldhauser: Wir werden an dieser Tagung entlang der Planungsphasen Theorie und Praxis beleuchten. Als roter Faden dient das neue Merkblatt SIA 2051. Wir werden uns den Fragen stellen: Was wird erzählt und was wird gemacht? Es geht also um die Um­­setzung in der Praxis: Was hat sich bewährt und was nicht? Wir wol­­len auch aufzeigen, wo es noch Schwierigkeiten gibt, wo die Praxis von der Theorie abweicht. Es wird keine Schön­rede-Tagung werden.

SIA: Sind das Merkblatt 2051 und die zugehörigen Dokumentationen die Instrumente, die es braucht?
Marco Waldhauser: Es braucht vor allem eine gemeinsame Sprache, ein Fundament. Das Merkblatt 2051 liefert die­se zu einem grossen Teil. Ich finde es aber völlig falsch, als Un­ternehmer so lang zu warten, bis alles geregelt ist, und erst dann loszulegen. Das Merkblatt liefert schliesslich kein Patentrezept, eigene Erfahrungen sind von zentraler Bedeutung.

SIA: Was sind die grössten Herausforderungen bei der Einführung von BIM im Büro?
Marco Waldhauser: Eine einfache, aber dennoch grosse Herausforderung: Mut zu kleinen Schritten haben. Nicht von Anfang an alles wollen. Das funktioniert nicht. Das haben wir selbst gemerkt. Wichtig ist, Mitarbeiter mit auf den Weg zu nehmen, sie müssen verstehen lernen, was man mit den neuen digitalen Methoden eigentlich erreichen will. Ausserdem kann die Geschäftsführung das Thema BIM nicht delegieren. Es braucht jemanden aus der Führungsebene, der auch versteht, was er fordert. BIM beeinflusst die Prozesse im Büro grundlegend, daher braucht es auch zwingend eine integrale Betrachtungsweise.

(Die Fragen stellte Mike Siering.)
 

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