Tennis- und Eventhalle, Bürgenstock Resort NW

Tina Cieslik Architektur/ Innenarchitektur, Redaktorin TEC21

Ende 2017 wurde das Resort auf dem ­Bürgenstock bei Luzern nach rund sechs Jahren Umbauzeit wieder eröffnet. Teil der Anlage ist – wie schon zuvor – eine Tennishalle. Rüssli Architekten platzierten den Bau, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann, in Hanglage, dort, wo bereits der Vorgänger stand. Zwei gedeckte Innenplätze flankieren einen Aussenplatz im Zentrum, im Winter wird Letzterer zum Eisfeld. 

Die beiden identischen Hallen der ­Innenplätze bestehen an drei Seiten aus Beton, gegen Süden ermöglichen Panoramafenster die Sicht auf die spektakuläre Landschaft. Gekrönt werden sie jeweils von einer Holzkonstruktion, deren polygonale Kassetten an einen Kristall erinnern sollen – daher der Name «Diamond Domes». Ursprünglich war eine Tragkonstruktion aus Stahl mit einem Glasdach vorgesehen. Wegen der grossen Temperaturschwankungen vor Ort und der damit verbundenen Materialbewegung entschieden sich die Planer aber für eine rautenförmige Konstruktion aus rund 700 Brettschichtelementen, gedeckt mit Aluminiumplatten. Darauf wurden 300 je 60 mm dicke Brettsperrholzplatten mittels Schraubpressverleimung montiert. Die Verbindungen bei den Hauptknoten wurden mit der von der Neuen Holzbau entwickelten GSA-Technologie als Vergussstoss ausgeführt. Dabei werden Stahlgewindestangen mit Epoxidharz in Brettschichtholz eingeklebt, um eventuelle Bautoleranzen aufnehmen zu können. Die frei tragende Dachkonstruktion überspannt eine Fläche von 22 m Breite und 37 m Länge.

Am Bau Beteiligte
Bauherrschaft: The Bürgenstock Selection, Katara Hospitality Switzerland, Zug 
Bauherrenvertretung/Projektmanagement: Bürgenstock Hotels, Obbürgen
Architektur: Rüssli Architekten, Luzern 
Teilgeneralunternehmen: Medava + Partner, Buochs
Holzbau: Neue Holzbau, Lungern; Brawand Zimmerei Holzbau, Grindelwald
Statik Holzbau: Besmer Holzbauingenieure, Sattel; Neue Holzbau, Lungern
Innenarchitektur: MKV Design, London
Landschaftsarchitektur: HKK Landschafts­architektur, Frankfurt a. M. 

Gebäude
Nettogeschossfläche: 9500 m2
Volumen: 28 000 m3

Holz und Konstruktion
Konstruktion: frei tragende rautenförmige Dachkonstruktion, Fichte/Tanne (Schweiz/Europa)
Holz Tragwerk, beide Hallen: 480 m3
Holzelemente, beide Hallen: 2072
Verbundmaterial, beide Hallen: 15.5 t Stahl 
Brettsperrholz, beide Hallen: 1800 m2

Daten
Bauzeit und Planung: 2011–2017
Planung Vorfertigung: 6 Monate 
Produktion: 4 Monate 
Montage: 3 Monate

Kosten 
Gesamtkosten (BKP 1–9): 15.4 Mio CHF
Kosten Holz: 1.8 Mio CHF

Der Artikel ist erschienen im  Sonderheft «Stadt aus Holz IV – Megatrends als treibende Kräfte», ein Projekt im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und in Zusammenarbeit mit Wüest Partner.

Weitere Artikel mit zusätzlichen Bildern und Plänen sowie weitere Beiträge zum Thema Holz haben wir in einem E-Dossier zusammengestellt.

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