Stapferhaus, Lenzburg AG

Danielle Fischer Architektur, Redaktorin TEC21

Mit dem neuen Standort am Bahnhof erreicht das Haus der Gegenwart die für seine inhaltliche Bedeutung adäquate räumliche Präsenz in Lenzburg. Die Gesamtanlage besteht aus den drei Kom­ponenten Stapferbühne, Betriebshaus und Ausstellungshalle, die das Bauwerk im städtischen Kontext einordnen. Der dunkle, hölzerne Baukörper weist mit der ablesbaren Struktur auf die ­gros­sen Räume im Innern hin. Dank dem inno­vativen Raum- und Materiali­sie­rungs­­kon­zept sowie der grossen Spannweiten können szenografische Interventionen in den Innenräumen einfach vorgenommen werden. Die Gebäude­hülle ist zudem als Ausstellungsfläche nutzbar. Der Zwischenboden kann geöffnet oder ein weiterer Boden eingezogen werden, und die Treppe ist verschiebbar. 

Dank einer effizienten Wärmeerzeugung und einer guten Gebäudehülle sind die Betriebskosten niedrig. Die einfache, nachhaltige Bauweise verschafft dem Haus einen zeitgemässen Auftritt.

Am Bau Beteiligte
Bauherrschaft: Stiftung Stapferhaus, Lenzburg
Architektur und GU: pool Architekten, Zürich 
Baumanagement: Takt Baumanagement, Zürich
Landschaft: Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich
Statik: dsp Ingenieure & Planer, Zürich
Statik Holz und Brandschutz: Makiol Wiederkehr,  Beinwil am See
Bauphysik: Weber Energie und Bauphysik, Bern
HLKS-Planer: Hans Abicht, Zug
Wand- und Bodenbeläge: Zaugg, Rohrbach

Gebäude
Geschossfläche: 4600 m2
Volumen: 17 400 m3 
Gesamtnutzfläche: 3146 m2
Label: Minergie-P-Eco, nicht zertifiziert

Holz und Konstruktion
Konstruktion: Tragstruktur Stützen- und Träger; Decke und Dach mit Trägern und statischen Verbundsplatten; Aussen- und Innenwände in Holzständerbauweise; Liftschächte und rundes Treppenhaus in Holzmassivbauweise
Konstruktionsholz (Fichte/Tanne): Stützen und Träger aus Brettschichtholz; Platten aus Brettsperrholz; Dreischichtplatten
Fassadenfläche Holz: druckimprägnierte ­Weiss­tanne (Profilbretter 1650 m²)
Bodenfläche Holz: Massivholzböden aus Profil­brettern (Eiche/Weisstanne); Eichenriemen: 535  m²; Tannenriemen: 1490 m²
Brettsperrholzplatten: 518 Teile
Konstruktionsholz: C24 und Brettschichtholz GL24h, 595 m³
Brettsperrholz: 535 m³

Daten
Bauzeit: Februar 2017–Juli 2018
Kosten (BKP 1–9) inkl. MwSt.: 16 Mio CHF
Holzbau: ca. 3.6 Mio CHF

Der Artikel ist erschienen im  Sonderheft «Stadt aus Holz IV – Megatrends als treibende Kräfte», ein Projekt im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und in Zusammenarbeit mit Wüest Partner.

Weitere Artikel mit zusätzlichen Bildern und Plänen sowie weitere Beiträge zum Thema Holz haben wir in einem E-Dossier zusammengestellt.

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