Das Bergell entdecken

Eine Symbiose von Architektur, Kunst und Natur

Valeria Crescenzi Redaktorin espazium.ch

Das Bergell zeichnet sich aus durch imposante Granitgipfel und steile Schluchten, eine kontrastreiche Palmen- und Kastanienlandschaft und ein mildes Klima. Einen grossen Teil seines Tourismus verdankt das Tal seiner Landschaft; es führt von Maloja hinab bis ins italienische Chiavenna. Schon immer war das Bündner Südtal ein Anziehungsort für Wanderer und Bergsteiger, aber auch für Kunstschaffende auf der Suche nach Inspiration in der Natur und nach einem Rückzugsort. Giovanni Segantini und Varlin wurden von seiner Landschaft inspiriert. Aus dem Tal stammt die Giacometti-Dynastie – die Künstler Giovanni, Augusto und Alberto, der Möbeldesigner Diego und sein jüngerer Bruder, der Architekt Bruno, trugen zur Bekanntheit des Bergells bei. 

Seine Landschaft hat auch für viele Architekten schöpferisch angeregt. Armando Ruinelli, Bruno Giacometti, Peppo Brivio oder Gottfried Semper, aber auch Miller & Maranta und Men Duri Arquint gehören zu den Architekten, die das Val Bregaglia mit ihren Gebäuden geprägt haben. 2015 zeichnete der Schweizer Heimatschutz das Tal mit dem Wakkerpreis aus: Die Talschaft habe ihre wertvolle Baukultur und die intakte Kulturlandschaft als Standortvorteile erkannt, begründete die Jury.

In einem digitalen Dossier versammeln wir ausgewählte Beiträge zum Bergell und seiner Architektur (auf Italienisch), die in Archi und auf espazium.ch erschienen sind. Dazu gehört beispielsweise ein Stall aus dem 18. Jahrhundert auf der Alp La Palü in Maloja (2015), den Men Duri Arquint renovierte und erweiterte mit dem Ziel, die ursprüngliche Beziehung zwischen Gebäude und Landschaft wiederherzustellen, die durch Eingriffe aus neuerer Zeit beeinträchtigt war. Oder der Ersatzneubau der Berg- und Talstation der Werkseilbahn Abigna von Alder Clavuot Nunzi Architekten aus Soglio, die 2015 mit dem Foundation Award ausgezeichnet wurden. Zudem berichteten wir über Armando Ruinelli, den «Architekten des Tals», und seine Projekte. Ergänzt werden die Beiträge durch einen historischen Abriss von Kunsthistoriker Marcello Abbiati.
 


Besuchen Sie die Heimat der Giacomettis. Anlässlich des 150. Geburtstags von Giovanni Giacometti finden in diesem Sommer diverse Veranstaltungen statt: Die Ausstellung «Da ün Giacometti e l'altar» in Stampa stellt den Giacometti-Clan und ihre Werke vor. Die Schau «Giovanni Giacometti e Cuno Amiet. Un' amicizia» widmet sich den Werken und der Freundschaft von Giovanni Giacometti und dem Künstler Cuno Amiet. Im Rahmen des «Giacometti Art Walk» werden Details aus dem Leben und dem Werk der Künstler erläutert – mit Kurzspielfilmen und historische Texten werden diese an ihren Originalstandorten kontextualisiert. Zudem finden Führungen zum Atelier der Giacomettis statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Graubünden Ferien entstanden.

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