Andreasturm, Zürich Oerlikon

Editorial

Daniela Dietsche Ingenieurwesen/Verkehr, Redaktorin TEC21

«Steht ein Häuschen an der Bahn,
hoch auf grünem Hügelplan.
Tag und Nacht im schnellen Flug
braust vorüber Zug um Zug.
Jedes Mal bei dem Gebraus
zittert leis das kleine Haus.»

Die Bauaufgaben sind seit der Zeit, in der Christian Morgenstern (1871–1914) diese Zeilen verfasste, um ein Vielfaches komplexer geworden. Aus Häuschen wurden Hochhäuser, aus dem grünen Hügel dicht bebaute innerstädtische Gebiete, und die Anzahl Züge, die vorbeirauschen, hat deutlich zugelegt. Gleich geblieben ist jedoch, dass sich Menschen durch Lärm, Erschütterungen oder Körperschall gestört fühlen. Um dies zu verhindern, haben die Ingenieure den Andreasturm in Zürich Oerlikon mithilfe einer elastischen Lagerung von seiner Umgebung entkoppelt. Das 22-stöckige Hochhaus wurde gerade fertig­gestellt und liegt äusserst verkehrs­günstig vier Meter neben dem Gleis, mit direktem Zugang zum Bahnhof.
In einer Zeit, in der Siedlung und Verkehr zu­nehmend zu koordinieren sind, werden ähnliche baudynamische Fragen die Tragwerksplaner auch weiterhin fordern, um «neues» Bauland urbar zu machen.

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Wandlungsfähig
Konventionelles Tragwerk, elastisch gelagert

 

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