Alpentourismus: konträre Dorfansichten

Editorial

Paul Knüsel Umwelt/Energie, Stv. Chefredaktor TEC21

Über 40 Milliarden Franken setzt der Touris­mus in der Schweiz jährlich um; er gibt mehr als 160 000 Personen Arbeit. Seine wirtschaft­liche Be­deutung ist damit um ei­niges höher als die der Uhrenindustrie und nicht er­heblich ge­ringer als die der Bauwirtschaft. ­(Letztere generiert einen Jahresumsatz von rund 60 Milliarden Franken, benötigt dafür aber rund 500 000 Arbeitnehmende.) Im direkten Vergleich beeindruckt, wie produktiv der in­ländische Fremdenverkehr funktioniert.
Und auch was aktuell investiert wird, lässt auf ein potente Branche schliessen: Die Bergbahnbetriebe bauen ihren Anlagenpark für mehrere 100 Millionen Franken jährlich aus. Fast 30 Neu­erschliessungs- und Ersatzprojekte werden in den nächsten beiden Jahren realisiert; ein weiteres Dutzend steckt in der Warteschlaufe. Wie nachhaltig ist jedoch ein solches auf Wachstum getrimmtes Geschäftsmodell? Und wie wirkt sich der Tourismus auf die räumliche Entwicklung des Standorts selbst aus – gemeint sind Siedlung und Landschaft?
Die Vereinten Nationen haben 2017 zum Jahr des nachhaltigen Tourismus ausgerufen. Für diese Ausgabe hat TEC21 darum zwei beliebte Ferienorte in den Alpen besucht, die sich aktuell ­mit grundsätzlichen Fragen zum Wachstum respektive ­zur nachhaltigen Entwicklung beschäftigen. Die Lenzerheide ist eine Destination im Ausbau­modus; das bayerische Ramsau will so bleiben wie es ist. Der Gast darf nun entscheiden, wo er sich am besten erholen kann.

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