16. Architekturbiennale: Niederlande

Die spannendsten Länderpavillons der diesjährigen Architekturbiennale Venedig stellen wir in kurzen Beiträgen und in loser Folge vor.

Hella Schindel Architektur, Redaktorin TEC21

Die Innenwände des Pavillons sind mit Schliessfächern in königlichem Orange ausgekleidet. Im Alltag begegnen wir solchen Anlagen in Zwischenzonen wie Umkleiden oder Garderoben, vermehrt auch in Büros mit entpersonalisierten Arbeitsplätzen. Die Räume bilden eine Membran zwischen der Öffentlichkeit und einer Welt, in die Benutzer eintauchen und eine bestimmte Funktion übernehmen. Die Gleichheit aller Fächer stellt zunächst eine Demokratie unter den Benutzern her. Allerdings wird hier auch jegliche Individualität abgelegt. 

Im niederländischen Pavillon kostet es zuerst Überwindung, die Schliessfächer, in denen normalerweise die Attribute des Privatlebens lagern, zu öffnen – es hat etwas Voyeuristisches. Doch diese Scheu ist unbegründet: Hinter den Türen finden sich Gegenstände, die für die Veränderung unserer räumlichen Umgebung stehen, wie sie sich aus neuen Formen von Arbeit, Leben und Freizeit ergibt. Modelle, Filme und Pläne zu verschiedenen architektonischen Typologien, Bauteilen oder Gegenden illustrieren die von Menschenhand gestalteten Bereiche des Landes in ganz unterschiedlichen Massstäben. In der Ausstellung wird der Versuch unternommen, die zunehmende Austauschbarkeit der Individuen durch die Präsenz der Robotik zu untersuchen, ohne zu werten. 

Auftraggeber: Het Nieuwe Instituut
Kuratoren: Marina Otero Verzier
Ort: Giardini

 

Weitere Artikel zur 16. Architekturbiennale Venedig finden Sie hier.

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